NATIONAL LAMPOON’S ANIMAL HOUSE

Nach seinem schamlos witzigen Episodenfilm KENTUCKY FRIED MOVIE (1977) drehte der Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und Schauspieler John Landis seine nächste Komödie und verhalf namhaften Schauspielern zu ihrem Leinwanddebüt.
   
John Belushi gelangte durch seine Auftritte in der Comedy-Show SATURDAY NIGHT LIVE und seine Rolle an der Seite seines Freundes Dan Aykroyd in dem kultisch verehrten THE BLUES BROTHERS (1980) zu großer Bekanntheit. Sein Filmdebüt gab er dagegen bereits zwei Jahre zuvor in John Landis NATIONAL LAMPOON’S ANIMAL HOUSE (ICH GLAUB’ MICH TRITT EIN PFERD) (1978). Darin verkörperte er den ungehobelten Rüpel John ‘Bluto’ Blutarsky, der anstelle seiner universitären Pflichten lieber dem Alkohol und ausgelassenen Parties frönte. Leider zog sich dieser rauschhafte Zustand auch durch Belushis Privatleben, weshalb er am 5. März 1982 an einem Cocktail aus Kokain und Heroin verstarb. Ort dieses tragischen Ereignisses war das berühmt berüchtigte Chateau Marmont Hotel in West Hollywood, das zuletzt Sofia Coppola als Kulisse für ihr Drama SOMEWHERE (2010) diente.



NATIONAL LAMPOON’S ANIMAL HOUSE spielt im Jahr 1962 an der amerikanischen Ostküste im fiktiven Faber College. Der Film beginnt mit den beiden Freshmen Larry Kroger (Tom Hulce) und Kent Dorfman (Stephen Furst), die Anschluss an eine der Studentenverbindungen suchen. Sie landen im Haus der elitären und reaktionären Omegas, wo sie schnell in die Ecke der Außenseiter abgeschoben werden. Den Gegenentwurf zu dieser Verbindung bilden die Studenten des Delta Tau Chi Hauses, die sich lieber Sex, Alkohol und dem Feiern wilder Togaparties widmen. Da erscheint es nur logisch, dass sich die beiden Freshman dort besser aufgehoben fühlen. Der ständige Konflikt der konträren Verbindungen wird zusätzlich durch den Direktor des Colleges angeheizt, der das Delta Haus vom Campus verbannen möchte. Allerdings hat er nicht mit dem Groll der Delta-Verbindung gerechnet, die für die anstehende Homecoming Parade einen ausgebufften Plan geschmiedet hat.



Mit NATIONAL LAMPOON’S ANIMAL HOUSE schaffte es John Landis die Gross-Out-Bewegung, deren Ziel es war, das Publikum mit Kontroversem zu schockieren, in den Mainstream zu hieven und damit einen neuen Trend für die Filmindustrie zu begründen. Der Humor des Films ist nicht nur körperlich und zeigt Handlungen wie ausführliches Erbrechen oder Sexualität in Form entblößter Brüste, sondern verweist auch auf Richard Nixon, den Vietnamkrieg und die Bürgerrechtsbewegung. Landis bewies abermals sein urkomisches Talent und verschaffte John Belushi und Kevin Bacon (in der Rolle des arroganten Chip Diller) ihr Leinwanddebüt. Ferner wurden auch die Nebenrollen mit Donald Sutherland (als kiffender Dozent Dave Jennings) und der aus u. a. Philip Kaufmans Drama THE WANDERERS (1979) bekannten Karen Allen hochkarätig besetzt. Im Gegensatz zu modernen Teenagerkomödien verzichtete Landis jedoch auf den allgegenwärtigen Fäkalhumor und wusste sein Publikum über weite Strecken intelligenter zu unterhalten. Interessanterweise fiel der Film seinerzeit bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) durch und erhielt keine Jugendfreigabe. Nach einer Neuprüfung bekam er aber die Freigabe ab 12 Jahren.

NATIONAL LAMPOON’S ANIMAL HOUSE ist im Vertrieb der Universal Pictures auf Blu-ray und DVD erhältlich.

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